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Naturparks in Tansania © Renate und Horst Pritz

Kilimanjaro

Lake-Manyara

Kilimanjaro

Der Kilimanjaro-Naturpark ist in Afrika einzigartig. Der Kilimanjaro zählt für uns zu den interessantesten Bergen der Welt. Er beherbergt die Pflanzenwelt vom tropischen Regenwald über Moorlandschaften bis hin zur Region des ewigen Eises. Tiere können jedoch kaum beobachtet werden, da sie sich von den Touristenrouten zurückgezogen haben.
Vom Naturschutzgedanken muss dieser Park sehr kritisch betrachtet werden, da er sehr stark für touristische Zwecke genutzt wird. Mehr als 10.000 Bergsteiger zuzüglich der Führer und Träger hinterlassen am Kilimanjaro ihre Spuren. Es ist trotz horrend hoher Gebühren (derzeit ca. 410 US-Dollar Parkeintritt und Campgebühren) keine genügende Abfallentsorgungsstruktur vorhanden. Die menschlichen Aussscheidungen hinterlassen um die Übernachtungsplätze deutliche Spuren. Auch wird trotz eines Verbotes immer noch Feuerholz vom Berg genommen, was den Bergwald enorm schädigt. Hier müsste die Parkverwaltung schnellstmöglich zu Lösungen kommen. Positiv ist zu betrachten, dass die in der Region liegenden Dörfer durch Trägerdienste und Bereitstellung von Lebensmitteln am Tourismus profitieren und so ein positives Verhältnis zum Park haben.

Kilimanjarobesteigung auf der Machameroute

Diese Route wird im Kilimanjarojargon als "Whiskyroute" bezeichnet und bietet traumhafte Ausblicke. Die Route ist wesentlich anstrengender als die Maranguroute und sollte nur von trainierten Bergwanderern in Angriff genommen werden. Diese Route erfordert kein hohes bergsteigerisches Können, Bergerfahrung sollte jedoch vorhanden sein. Die Route bietet eine gute Höhenanpassung (ca. 20 Prozent aller Bergsteiger werden Höhenkrank). Wir waren Ende Januar am Kilimanjaro und waren dankbar, dass wir Grödel mitgenommen hatten, da die letzten 1000 Höhenmeter im Schnee zu steigen waren. Ebenso empfehlen wir die Mitnahme von Tourenstöcken, da diese die Gelenke wesentlich entlasten und die Trittsicherheit erhöhen. Da die Temperaturen Nachts deutlich unter den Gefrierpunkt sinken raten wir die Mitnahme von Schlafsäcken bis mindestens Minuns 15 Grad dringend an, ebenso ist entsprechend warme wasser- und winddichte Kleidung erforderlich. Strumhaube, Gletscherbrille und warme/winddichte Handschuhe sind ein absolutes Muss.

Aufstiegsablauf unserer Besteigung im Januar 1998

10.15 ab Arusha mit Geländewagen

12.20 Uhr 2000 m Beginn des Aufstiegs
schmaler Pfad, Regenwald
13.25 Uhr 2120 m
Regenwald, bewölkt, Mittagsrast Temp. ca. + 25°, sumpfig
20.30 Uhr, Ankunft Lager, Machame
06.30 Aufstehen

08.30 Abmarsch, steiler Aufstieg
10.15 Blick auf Lager (Stream)
3300 m Aussichtsfelsen
Steil Bergauf, letzte 50 m steiler Anstieg
3615 Toilettenhaus/ Plateau
13.00 Uhr schöner Rastplatz
13.30 Uhr Abmarsch
14.00 Uhr Wasserfall
16.15 Uhr Shira-Hut, Nachts Frost
Blick Westernrange, Mount Merou, Kibo

8.30 Uhr Abmarsch, ansteigend, gut zu gehen
09.15 Uhr, 3960 m
11.00 Uhr 4000 m, Sattel, Temp + 20°
Felsig, Ausblick auf Kibo, der Weg geht jetzt auf den Westhang zu
auf dem Kamm entlag des Sattels (Oehler Ridge)
13.05 höchste Höhe, Temp. + 10°.
13.50 Uhr zweiter Kamm
14.10 Abzweig Lava Tower, letzte Stunde abstieg durch zauberhafte Szenezien-/ Lobelienwälder
17.00 Uhr Barranco Camp, Nachts Frost
Camp liegt im Tal mit Blick auf Gletscherhänge

09.15 Abmarsch, steiler Aufstieg in Wand im Westen ca. 300 m
10.40 Uhr 1 Stunde Pause
15.30 Kreuzung nach Mweka
links Hang mit Barafu Camp, langer Anstieg.
18.30 Uhr Barafu Hut, 4600 m, Schnee um das Camp. Nachts Frost.

0.30 Uhr Aufstieg Kibo, Eiseige Kälte, Wind, erster Teil ca. 6 Stunden, leichte Steigung, dann steiler Anstieg bis Stella Point
Abstieg ca. 3 Stunden zum Barafu Camp, dann 2 Stunden Pause, weiterer Abstieg bis Mweka-Camp.

08.00 Uhr Abmarsch, Ankunft am Gate 13.45 Uhr. Steiler Abstieg durch Regenwald, sehr schlammig, teilweise sehr anstrengend zu gehen.

Kilimanjarobesteigung auf der Maranguroute
Bericht über unsere Besteigung vom Januar 1993

Peter unser Führer ist auch schon da. Die Verpflegung steht bereit. Wir tragen uns noch in das Buch am Gate ein, machen ein Gruppenfoto und marschieren los. Unsere Gruppe besteht aus 8 Trägern, dem Guide Peter und dem Hilfsführer Beatus. Die ersten Rückkehrer kommen uns bald entgegen.

Die komplette Ausrüstung muß auf den Berg getragen werden, Lebensmittel, Feuerholz, Geschirr usw. Die Träger balancieren die geschnürten Pakete auf dem Kopf. Einer hat in den Händen eine Tüte mit Eiern. Hermann, einer der Träger und auch ein Guide, ist immer bei uns, Peter hat noch etwas zu erledigen, er kommt erst später nach. Einer der Träger hat meinen Rucksack, dazu trägt er noch den von Horst auf dem Kopf, das sind zusammen rund dreißig Kilogramm.

Wir gehen durch einen Zauberwald, viele Flechten hängen von den Bäumen, später über eine Märchenwiese, Bäche am Rand. Es ist sehr rutschig und gatschig. Aber alle haben wir gute Schuhe. Touristen mit Turnschuhe haben wir noch keine gesehen. Es ist so rutschig, daß ich die Stöcke nehme. Dann erreichen wir die Mandara-Hütten in 2700 m Höhe. Wir sind von zehn bis nachmittags zwei Uhr gewandert, haben aber viele Fotostops eingelegt und sind sehr langsam gegangen.

Die Hütten sind klein, mit Solarzellen und Licht ausgestattet, dazu gibt es Toiletten und Wasser an zwei Waschstellen. Affen spielen in den Bäumen.
Wir bekommen Tee und Gebäck, plaudern und sitzen vor der großen Versammlungshütte. Wir fühlen uns noch recht fit und machen daher noch einen Abstecher zum Maundi Krater. Der Weg führt durch dichten Wald. Nach einen kleinen Anstieg über Geröll sind wir am Rand eines Kraters mit etwa einhundert Metern Durchmesser. Der Kraterboden ist mit Gras und Büschen bedwachsen. Auf dem Rückweg sehen wir Affen in den Bäumen.
Gegen Abend kommt eine Schulklasse. Die Lehrerin entfacht auf dem Tisch ihre Petroleumkocher. Wir bekommen zum Abendessen Suppe, Reis, Kartoffel, Spinat, Möhren und Huhn, danach Bananen und Tee.
Peter kommt, entschuldigt sich, daß er uns so lange allein gelassen hat, aber er hat jemand geholfen, der sich am Gipfel die Augen im Schnee geblendet hat und nicht mehr allein gehen konnte.

31.01.Am Morgen sind wir vor dem Wecken wach, stopfen alles in die Säcke und verpflastern Blasen, es sind noch einige dazugekommen. Das Frühstück ist üppig mit Tee, Papaya, Toast, Butter, Marmelande Porridge und Ei mit Tomaten, Gurke und Fleisch. Dann gibt es ein riesiges Lunchpaket mit gekochtem Ei, Sandwich, Obst und einer Tafel Schokolade. Um neun Uhr starten wir, und sind gegen vier Uhr an der Horombohütte auf 3720 m. Tausend faszinierende Höhenmeter liegen hinter uns, viel Sonne und Wind. Fotostops. Durch Steine und Sumpf geht es am Anfang durch einen Wald ziemlich steil bergauf. Dicke Baumstämme von den Flechten herabhängen. Dann eine herrliche Märchenwiese und der erste Blick auf den Kibo. Kurze Rast. 2 Träger, die einen Teil unserer Verpflegung in die Kibo-Hütte gebracht haben, kommen uns schon entgegen.
Die Landschaft ist heute wunderschön, mit Gebüsch, Farnen und Moos an den Bäumen. Viele Gewächse, die man bei uns nur in Blumengeschäften finden kann, nur größer. Vereinzelt sieht man Riesenlobelien. Viele Bäche sind zu überqueren, wir sehen die ersten Senecien, Gewächse aus der Urzeit. Wir machen viele Pausen. Die Träger gehen für sich, da sie schneller unterwegs sind als wir, wir treffen sie aber immer wieder, wenn sie Rast machen. Mit zunehmender Höhe werden wir schlapper. Der Weg zieht sich gewaltig, die Kräfte lassen nach. Der Atem geht uns immer früher aus. Horst hat Beschwerden im rechten Knie, später Kopfschmerzen. Birke macht auf den letzten Metern noch schlapp. Der Kreislauf spielt nicht mehr mit. In der Hütte trinkt sie Tee und schlüpft in den Schlafsack. Horst und Michael überlegen die Route für morgen. Wir möchten einen Ruhetag einlegen. Wir wissen noch nicht wie weit wir kommenwerden

"Schnee am Kilimanjaro". Der Schnee liegt heute den Berichten nach bis eineinhalb Stunden unter der Kibo-Hütte, das ist extrem für diese Jahreszeit.

Birke kommt nicht zum Essen, ihr ist schlecht, sie muß erbrechen. Wir geben ihr etwas Sauerstoff, den wir in Spraydosen dabei haben und Aspirin, Peter bringt ihr Tee. Wir besprechen den Akklimatisationstag für Morgen mit ihm und entscheiden uns, zum Training zum Mawenzisattel gehen.

Peter hat genug Lebensmittel für 6 Tage eingekauft, sodaß wir keinen Mangel haben werden. In der Hütte bekommt man Gesprächsfetzen mit, von denen die schon am Gipfel waren und erzählen. Einige handeln ganz verbissen mit den Führern und fühlen sich ausgenommen, da diese von Ihnen ein hohes Trinkgeld fordern. Wir wissen noch nicht was da noch auf uns zukommt.

In der Hütte trägt Horst eine dicke Schicht Mobilat auf sein Knie auf, und Michael liest uns noch eine "Gute-Nacht-Geschichte" aus dem Buch von Birke vor, aber gegen zwanzig Uhr geht das Licht aus. Die Batterien der Solaranlage sind leer.

22.30 Uhr. Ich muß mal raus, es ist eine wunderschöne Nacht. Sternenklar, die Lichter von Moshi leuchten bis zu uns herauf.

01.02. Wir haben heute eine "Ruhetag", von wegen, 08.00 Uhr Frühstück, gegen 09.00 Uhr Abmarsch. Birke geht es wieder gut und Horsts Schmerzen im Knie sind weg. So stapfen wir gemächlich wie Chamäleons Richtung Mawenzi-Sattel. Wir machen heute weniger Rast. Die Landschaft ist traumhaft. Senecien, Büsche, später fast steppenähnlich. Kurz nach Mittag sind wir auf 4300 m, am höchsten Punkt. Der "Kili" ist lieb zu uns, er zeigt sich, Wolken steigen langsam an ihm hoch. Rechts ragt schroff der Mawenzi auf. Eine Messingtafel weist auf den Tod einer Bergsteigerin hin, die hier vor einigen Jahren ums Leben kam.

Nach unten geht es schnell, gegen 13.00 Uhr sind wir schon beim Tee in der Horombo-Hütte. Zum Abendessen bekommen wir Bratkartoffeln, Brotfladen, Tomaten und Gurke. Sehr fett, aber gut! In der Hütte ist heute viel los. Eine größere Gruppe Bergsteiger ist gekommen, draußen stehen einige Zelte. An den Tischen in der Hütte wird Karten gespielt. Es ist kalt draßen, die Sonne scheint jedoch Minuten später ziehen dunkle Wolken auf uns ein eisiger Wind kühlt uns aus.

Heute war unsere Kondition wesentlich besser, Horst und Michael haben wieder Kopfweh und nehmen nehmen Aspirin.

Als wir zum Abendessen gehen schreit einer "der Pritz ist da". Die kleine Gruppe von Günter Wurm, ein Bekannter von zu Hause, ist oben im Matratzenlager. Günter hat durch den starken Tee den die Träger kochen Bauchbeschwerden . Er sieht nicht gut aus. Wir können ihm Kamillentee anbieten, der ihm hilft. Sie erzählen von den Erlebnissen ihrer Reise.

Sie mußten erst den Unimog aus dem Container bringen, er wurde von Bremen nach Mombasa verschifft, dann warten wegen Wochenende, Zollabfertigung unter schwierigkeiten und mit erheblichem finanziellen Einsatz; anschließend Schlammpisten. Einige Parks waren nicht passierbar, da es in diesen Jahr sehr stark geregnet hat. Sie sind von der Kenia-Seite aufgestiegen. Einen Tag saßen sie wegen des Regens in einer Höhle fest. Wir sitzen lange in der Hütte zusammen.

02.02. Frühstück im Freien auf der Veranda. Es ist kein Platz in der Hütte. Abschied von Günter, er wünscht uns noch Glück für den Aufstieg. Das Wetter ist wunderschön, sonnig, windig, wenig Wolken. Wir kommen heute gut voran, nur auf den letzen Höhemetern vor der Kibohütte machen wir fast schlapp. Die Kibowüste erinnert uns sehr an die Sahara. Von rechts blickt der Mawenzi zu uns herab, vor uns steht der Kilimanjaro in seinem Schneekleid.

Wo der Wind nicht von Felsen abgewehrt wird ist es eisig kalt. Kurz vor der Kibo-Hütte wird es wärmer, der Schnee, der bis eine Stunde unter der Hütte liegt reflektiert die Sonne. Die Hütte liegt auf 4700 Meter und ist aus Stein gebaut. Im Gang zwischen den Schlafräumen in der Hütte liegt Schnee.

Wir bekommen Raum Nummer fünf mit zwölf Betten. Die Mitbewohner haben wir heute immer wieder getroffen. Um die Hütte liegt viel Schnee. Die Sonne ist so stark, daß man ohne Sonnebrille kaum ins Freie kann. Die Träger bringen uns Tee. Wir plaudern mit zwei Schweizerinnern, eine der beiden hat sich mit dem Taschenmesser in den Daumen geschnitten und blutet sehr stark. Sie wird von Michael und Horst verbunden.

Es ist lausig kalt. Wir ziehen die langen Unterhosen an und schlupfen zum aufwärmen in die Schlafsäcke. Ich habe eine schwache Blase, das Plumpsklo ist im Freien, der Weg dorthin verschneit. Unser Koch hat eine Gulaschsuppe mit viel Fleisch und Gemüse zubereitet, die wir hungrig auslöffeln. Dann richten wir die Ausrüstung für die Kibobesteigung zusammen. Gegen sechs Uhr nachmittags verziehen wir uns zum Schlafen in die Schlafsäcke. Es wird eine kurze Nacht, um Mitternacht soll wecken sein. Das Schlafen ist in hier auf 4700 meter nicht so einfach, da die Luft sehr dünn ist, jeder Atemzug kostet Kraft. Nebenan macht eine schweizer Gruppe Lärm, es ist sehr laut in der Hütte. Eine Norwegerin ist Höhenkrank, sie kann kaum aufstehen, als sie Nachts auf die Toilette muß, muß sie aus dem Bett gehoben werden. Die meisten im Raum sind sehr schlapp.

Wecken, wir fühlen uns nicht sehr gut, Kopfweh und der Kreislauf ist labil. Die Träger bringen uns Tee und Kekse, dann alles anziehen was geht, und raus in die eisige Kälte.

Der Mond steht schön über dem Kibo. Tausend Höhenmeter trennen uns vom Gipfel. Wir stapfen hinter Peter dem Berg hoch, die Stirnlampen auf dem Kopf. Es ist kalt und finster. Beatus geht am Schluß unserer kleinen Gruppe. Peter, Michael und Birke bilden die Spitze. Der hohe Schnee ist kraftraubend, immer wieder brechen wir bis zu den Knien ein. Es geht in Schlangenlinien den Berg hoch. Viele Grüppchen sind unterwegs, man sieht ihre Lichter. In der Meier-Höhle treffen wir auf Schweizer. Kurze, kalte Pause, dann weiter in die klare Nacht.

Langsam stapfen wir durch den Schnee im Licht der Stirnlampen. Um sechs Uhr erscheint am Horzizont das erste Morgenrot, dann wird es allmählich heller, anschließend ein wunderschöner Sonnenaufgang. Gegenüber liegt der Mawenzi, er wirkt plötzlich klein. Die Sonne wärmt etwas und die Hände frieren nicht mehr so. Die letzten Meter sind sehr steil und der Atem geht immerschwerer. Mit viel Mühe und der Hilfe von Peter erreichen wir den "Gillmans-Point". Über 5800 meter, der höchste Punkt Afrikas. Wir hatten nicht daran geglaubt, daß wir es alle vier schaffen. Der Kibo steht in traumhaften Sonnenschein, er hat uns die Gunst gewährt in zu besteigen.

Auf der anderen Kraterseite sehen wir die herrlichen Schneeterassen. Der Weg zum Uhuru-Peak ist wegen des hohen Schnees nicht machbar. Ein Gipfelfoto, dann geht es wieder bergab. Um nicht abzurutschen schnallen wir die Grödel an, es wäre sonst zu gefährlich. Der Abstieg geht mächtig in die Knie. Zwei Stunden später sind wir wieder in der Kibo-Hütte. Tee, eine Stunde Schlaf. Dann zurück zur Horombo-Hütte.

Die Sonne scheint, aber der Wind kühlt aus, dagegen hilft nur eine winddichte Jacke und Handschuhe. Am Nachmittag ziehen Wolken auf aber es regnet nicht. Wir haben Glück mit dem Wetter, der Weg ist etwas abgetrocknet und das Wandern geht besser. In der Hütte sehen wir viele wieder, geniessen die Wärme, das Wasser und schlafen bald ein.

Für die Träger haben wir Trinkgeld gesammelt. Zehn Dollar pro Träger, dreißig für den Hilfsguide Beatus und vierzig für Peter, dazu gebrauchte Kleidung und Ausrüstung, Daunenjacken, Socken Grödel, Stirnlampen, Stöcke, Zigaretten.

04.02. um sieben Uhr werden wir von Hermann geweckt, in der Hütte ist kaum Platz, unser Koch hat für uns auf einer fremden Tischdecke gedeckt. Es kommt daher zu einem lautem Wortschwall zwischen ihm und dem Koch der anderen Gruppe. Dann stapfen wir abwärts. Die erste Stunde ist es noch kalt. Wir wandern über Hochmoore und durch sumpfiges Gestrüpp. Von einem Stein zum anderen springend überqueren wir kleine Bäche. Wo das Plateau abbricht beginnt wieder der Uhrwald. Mittag dann Rast bei der Mandara-Hütte. Heute gibt es kein Essen mehr. Wir liegen faul in der Sonne und genießen eine Cola.

Die Träger haben Waschtag, einer steht mit seinen Gummistiefeln auf dem Wassergrant. Dann stolpern wir weiter über Wurzeln bergab.

Beim Schild "Marangu 1 1/2 Std." zweigen wir an einem schmalen Pfad rechts ab. Ab jetzt sind wir allein. Nur ein Träger mit einem Bündel Zweige auf dem Kopf kreuzt unseren Weg. Es ist herrlich. Zeitweise ist der Weg kaum erkennbar. Dicke Baumstämme mit Schmarotzerpflanzen überwuchert. Ein malerischer Bachlauf. Herrlich leuchtende Blumen und einige Affen in den Bäumen. Ein krönender Abschluß der Kili-Besteigung. Dann kurz vor dem Gate noch ein Wasserfall, der in eine Schlucht stürzt.

Aus der Schlucht führt der Weg steil nach oben und raubt uns unsere letzte Kraft.

Gegen siebzehn Uhr sind wir dann am Gate, es müssen noch die Dreißig Dollar bezahlt werden für den sechsten Tag. Wir genehmigen uns eine Cola und kaufen eine Broschüre über den Nationalpark.

Lake Manyara

Der 325 qkm große Lake-Manyara-Nationalpark liegt an der Strecke zwischen Arusha und dem Ngorongoro Krater in einer Höhe von 960 m am Westhang des Ostafrikanischen Grabens. Er besteht zum einen aus dem ca. 42 km langen und 16 km breiten alkalischem See, zum anderen aus dem schmalen Landstreifen zwischen dem See und der westlichen Wand des Ostafrikanischen Grabens. Der Wasserstand des Sees ist grossen Schwankungen unterworfen, so dass unter Umständen nach einer ergiebigen Regenzeit Teile des Parks nicht befahrbar sind. Durch seine Lage am Hang verfügt er über einen Vielfalt an Vegetationsformen. Gleich am Eingang gibt es einen Grundwasserwald der von dem Wasser lebt, das im Hochland versichert und hier am Boden des Grabens wieder zu Tage tritt. Daran schliesst sich Baumsavanne und Grasland an. An Bäumen finden sich Babobab, Akazien Feigen und Palmen. Der Park ist bekannt für seine grosse Elefantenpopulation deren Verhalten vom Ehepaar I. und O. Hamilton erforscht wurden. In ihrem Buch "Elefanten" berichten die beiden von ihren Erlebnissen. Berühmt wurde der Park auch durch seine Löwen die gerne auf Bäume klettern. So konnten wir gleichzeitig drei Löwen bei ihrer Rast in einem Baum beobachten. Am Eingang des Parks informiert ein kleines Museum über den Park.

Nachfolgend der Bericht über unseren Besuch im Lake-Manyara-Nationalpark

In der kleinen Ortschaft Mto wa Mbu kurz vor dem Lake Manyara bekommen wir in einem Camp kleine runde Hütten für die Nacht. Bei uns ist nur ein Moskitonetz vorhanden, dafür fehlt in der Hütte von Michael und Birke das Waschbecken aus Kunststoff. Es ist angeblich abgebrannt.
Eine halbe Stunde Siesta, dann ab in den Park. Zur Begrüssung ein Affenkomitee, zwei Arten sitzen bereit. Ein Elefant, Impalas, Wasserböcke, Hippo-Pool!!, einfach super, sie grunzen und lassen es sich gutgehen, zwischendurch verteidigen sie ihr Revier gegen Nebenbuhler und markieren ihren Platz indem sie ihr Kot mit dem Schwanz verschleudern. Pelikane, Elefanten noch und nöcher. Nur die Löwen machen heute ihren freien Tag. Zwei Minibusse mit Touristen kreuzen unseren Weg.
Abbi unser Fahrer kämpft mit Tsetse-Fliegen und anderen stechenden Insekten. Um achtzehn Uhr müssen wir aus dem Park heraus sein. Kurz vor dem Ort grosse Aufregung, eine Schlange ist im Bach, mit Steinen und Stöcken wird sie von der Bevölkerung verjagt.

Kurz vor acht gibt es Abendessen. Das Essen schmeckt ausgezeichnet, es gibt eine Art Paprikagulasch mit Kraut. Wir ziehen uns bald in unsere Hütten zurück, viele Geräusche der afrikanischen Nacht.
Am Morgen fehlt Peter unser Guide, er hat einen Malariaanfall und ist in der Ambulanz des kleinen Ortskrankenhauses. Er sitzt ganz Elend auf der Wartebank und ist sehr unglücklich, daß er uns heute nicht Führen kann.

LÖWEKOPF-a.JPG (137019 Byte)Wir fahren ohne ihn in den Park. Sehen viele Tiere, Baboun, Diademmeerkatze, Impalas und Elefanten auf Tuchfühlung, oft trennen uns nur zwei bis drei Meter. Am Ende des Parks sind zwei heiße Quellen, die nach Schwefel riechen. Von dort kann man Flamingos beobachten, die in großen Kolonien die Ufer säumen. Dazu Ibis, Löffler, Marabut, Impalas und Giraffen, dazwischen Zebras und Büffel.
Hier finden wir auch eine sehr gepflegte Lodge, mit Zelten die auf Holzplattformen stehen, jede Zelt mit Dusche. Dazwischen Gemeinschaftshütten zum plaudern und essen. Eine traumhafte Anlage, nur mit Einhundertfünzig Dollar für die Nacht nicht auf unsere Finanzen zugeschnitten. Uns verkaufen sie nicht einmal eine Cola.
Auf dem Rückweg sucht Abbi nach Löwen und tatsächlich finden wir drei mächtige Löwen in einem großen Baum. Sie liegen und hocken faul und satt in den Ästen, wedeln mit den Schwänzen, wischen sich ab und zu mit der Pfote die Fliegen aus dem Gesicht. Herrliche satte Tiere. Im Nu sind vier Autos versammelt zum Fototermin. Einem der Löwen wird es nach einiger Zeit zu bunt und er stolziert ab in die Büsche.

Warum wir von diesem Park sehr begeistert sind, ist einfach zu erklären: Der Park bietet einen guten Überblick über die Tierwelt Ostafrikas. Durch seine wechselnde Landschaft wird er nie langweilig und bietet hinter jeder Biegung der Piste einen neuen Ausblick. Da die Tiere nicht wie im Ngorongoro wie auf einem Tablett serviert werden, sondern immer wieder erst im letzten Moment zwischen Bäumen und Büschen entdeckt werden bietet er so richtig das Erlebnis im afrikanischen Busch zu sein.

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