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Renate und Horst Pritz

Ausstellungen zum Thema Afrika

in Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz

© Renate u. Horst Pritz

Kunst aus Afrika
Weitere Ausstellungen: Nordamerika, Indianisches Südamerika, Indien, Ostasien
München/ Staatliches Museum für Völkerkunde
Maximilianstr. 42, 80538 München, Tel. 089/210136-0, www.stmukwk.bayern.de/kunst/museen/voelkerk.html

 

IMG_0720-kl.jpg (40621 Byte)Berlin, Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin, Dahlem
Die Ausstellung Kunst aus Afrika zeigt etwa 200 Meisterwerke aus der Afrika-Sammlung des Ethnolgischen Museums Berlin, die mit 75.000 Objekten eine der weltweit bedeutendsten ist. In der Art einer klassischen Ausstellung werden die Themen Kunst und Herrschaft, Masken, Musikinstrumente und Gebrauchsgegenstände dargeboten. Neben der perfekten Präsentation ist vor allem die detaillierte Information zu den einzelnen Themen hervorzuheben.
Weitere Themen im Ethnologischen Museum Dahlen: Mesoamerika, Die Anden, Indianer Nordamerikas, Ost- und Nordasien,Australien, Südsee, Musikethnologie, Juniormuseum. Laut Prospekt hat das Museum insgesamt rund 500.00 Objekte in seinen Beständen.

Leider war bei unserem Besuch im Sept. 08 die Ausstellung der Südsee-Boote wegen Instandsetzungsarbeiten am Gebäude nicht zu besichtigen.
Ethnologisches Museum, Museen Dahlem - Kunst und Kulturen der Welt.
Lansstrasse 8, 14195 Berlin. Tel. 030 8301 -438, -231
www.smb.museum, geöffnet Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr

Eine Tour durch Europas Museen (Herbst 1998)

Österreich, Haus der Völker in Schwaz

Am Ortseingang von Schwaz sehen wir schon den ersten Wegweiser zum "Haus der Völker". Es ist am Stadtrand neben der Kirche St. Martin in einem ehemaligen Klostergebäude untergebracht.

Der Tiroler Afrikakenner Gert Chesi ist Gründer und Leiter des Museums und hat das Haus der Völker 1995 gegründet. Im Eingangsbereich befindet sich das "Ethno-Kaffee" und ein kleiner Museumsshop in dem Bücher, Tees und handwerkliche Arbeiten angeboten werden.

Der erste Saal beherbergt Buddhas aus Thailand und Burma und Figuren aus Vietnam. Der Raum strahlt eine intensive Ruhe aus, leise asiatische Musik untermalt die Ausstellung. Die Decken sind blau gestrichen, auch Buddhagruppen stehen vor blauem Hintergrund und sind sehr gut ausgeleuchtet.

Rechts davon beginnt der afrikanische Teil. Zuerst finden wir Manillas aus Bronze. Die Manillas "armreifartiges Primitivgeld" wurden einst auch in Deutschland hergestellt, mit Erz aus Schwaz und Brixlegg. Von den Fuggern wurden sie nach Afrika transportiert und dort gegen Waren getauscht. Kreuzförmiges Bronzegeld und Geld in Form von kleinen Eisenstäben die zur Bezahlung geringer Güter wie Bananenbündel etc. benützt wurden finden sich auch dabei.
Eine große Zahl von Ritualeisen (Eisenstäbe mit glockenartigen Verzierungen) ist ebenfalls in diesem Raum ausgestellt. Ein Bronzekopf aus Benin, eine beeindruckend schöne Arbeit, und eine Sammlung Terrakotten der Ife aus Benin findet sich im nächsten Raum.
In einer Nische ist ein Raum mit Vodoo-Kult nachgestellt. Drei Tiere auf einer Mauer beherrschen den Raum, darunter zwei Vorhänge hinter denen sich Darstellungen von Wassergöttern verbergen. Bei den Wassergöttern ist der männliche Gott in Form eines großen Gefäßes ca. 50 cm hoch mit drei Köpfen, die weibliche Form mit zwei Köpfen dargestellt.
Der nächste Raum beherbergt Figuren der Ibo aus Nigeria mit eindrucksvollen Köpfen. Daneben ist eine Szene mit Herrscherstühlen aus Nigeria nachgestellt.
Beile und Messer aus dem Kongo und Kamerun befinden sich in einem weiteren Raum. Auch ein Tanzkostüm aus Kamerun völlig mit Federn bestickt und einen eigenen Raum mit faszinierenden Egungun-Masken-Kostümen der Yoruba bietet die Ausstellung. Ein Anthropomorpher Stab befindet sich am Eingang zu einem Raum.
Bemerkenswert ist auch eine mit kräftigen Farben bemalte Figurensammlung neuerer Art des Künstlers Agbagli Kossi aus Westafrika.

Das Haus der Völker ist ein sehenswertes Museum das mit viel Liebe zusammengestellt ist und sehr gute Informationen bietet.
Haus der Völker Museum für Kunst und Ethnographie, Schwaz Tirol, Tel. 05242/66090

Sammlung für Völkerkunde St Gallen.

Die Sonderausstellung "Glanz und Fluch des Elfenbeins" ist klein und überschaubar. Das schönste Stück der Ausstellung für uns war ein Speerglätter der Eskimos aus Walroßzähnen gefertigt.
Viele der Elfenbeinschnitzereien sind asiatischer Herkunft. Nur wenige Armreifen, kleine Masken/Amulette, Hörner stammen aus Afrika. Flusspferdhauer mit ca. 30 cm Länge sehen fast wie Elefantenstosszähne aus. Zwei Elefantenstoßzähne aus Kenia mit je 80 kg Gewicht und verschiedene Fotos sollen zum Nachdenken über das Töten von Elefanten anregen. Interessant ist auch der Narwahlzahn mit etwas über einem Meter Länge.
Die Ausstellung befriedigt nicht, geht nicht in die Tiefe sondern stellt wiederum nur schöne Arbeiten aus Elfenbein aus. Warum die Tiere sterben müssen, damit Menschen so einen Kitsch daraus machen können wird in der Ausstellung nicht klar.
Der nächste Raum beherbergt eine Sammlung von Stücken aus Afrika und Ozeanien.
Verschiedene Vitrinen sind Stämmen Schwarzafrikas zugeordnet. Masken der Ekoi mit Haut überzogen (als Ersatz für Köpfe von getöteten Gegnern?) die aussehen wie Schrumpfköpfe. Drei sehr interessante Masken der Kuba aus Zaire, eine runde Maske die vermutlich eine Kifwebe-Maske ist. Beninbronzen in Form eines Gelbgussreliefs und eines Kopfes sind sehr schöne Stücke.
Das erste Mal sehen wir auch Terrakotta-Figuren aus Zentralafrika. Wir haben ähnliche Figuren 1981 im südosten der zentralfafrikanischen Republik gesehen. Beschreibung "Weibliche Figur mit großem Topf" Nr. 17, Inventarnummer C 3213. Vermutlich aus Zaire ist die Herkunftsdeutung.
Aus dem südlichen Afrika fällt uns ein Beil der Chokwe auf, wobei unserer Meinung nach das in der Liste aufgeführte Verbreitungsgebiet der Chokwe an der Grenze Angola/Zaire nicht vollständig ist, da sich diese bis an den Caprivi-Strip in Namibia verbreitet haben.
Auch ein Mumien-Sakopharg aus Ägypten und einige weitere ägyptische Stücke in einer Vitrine finden sich.

Das Museum ist insgesamt traditionell gehalten, wobei die Beschreibungen sehr gut sind, ebenfalls hervorzuheben sind die Ständer mit Informationsblättern zu den ausgetellten Themen.

Sammlung für Völkerkunde, Museumstrasse 50, 9000 St. Gallen, Tel. 071 244 8802

 

Zürich, Völkerkundemuseum der Universität.

Sehr nettes, kleines Museum mit Sonderausstellung in zwei großen Räumen über die Beduinen im Negev. Dargestellt ist die Gliederung der Wohnungen bzw. Zelte in die verschiedenen Lebensbereiche. Wir erfahren nichts wesentlich Neues über die Lebensweise. Lediglich die Hinweise auf die Behinderung der traditionellen Lebensweise und die Beanspruchung des Landes durch Israel würde man sich möglicherweise in Deutschland nicht so klar ausdrücken, aus Angst vor israelischen Protesten. Die Ausstellung ist sehr modern und nüchtern gehalten. Viel Augenmerk wird auf Webtechniken und Gewänder der Frauen gerichtet. Interessant ist die Information, daß rote Stickereien überlicherweise nur von verheirateten Frauen während des gebärfähigen Lebensabschnittes getragen werden, ansonsten werden blaue Stickereien getragen.

Außer dieser Ausstellung findet sich noch eine kleine Ausstellung "die Welt in einem Raum" in der ein Zimmer mit Sammelsurium aus der ganzen Welt angefüllt ist.

Insgesamt macht das Museum einen eher kleinen, privaten Charakter.

Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Pelikanstr. 40, Tel. 6349011

 

Rietbergmuseum Zürich

Das Rietbergmuseum liegt in einem Park mit gepflegtem Rasen und schönen alten Bäumen.

Im ersten Stock finden wir sehr viele Stücke aus Asien,
im zweiten Stock befinden sich die afrikanischen Kunstschätze .
Beeindruckend schön wieder ein Bronzekopf und eine Bronzetafel aus Benin, neben dem Kopf ein über einen Meter langer beschnitzer Elefantenzahn. Diese Zähne steckten ursprünglich in der Öffnung in den Köpfen. Eine Königsmaske in sehr gutem Zustand ist mit einer Beschreibung versehen. Im Raum mit Arbeiten aus der Kongoregion fällt uns ein kleines Beschneidungsmesser auf, ebenso zwei ca. 50 cm hohe Figuren, ein Paar, völlig mit Lateriterde eingefärbt soll aus dem 13./14. Jahrhundert stammen. Eine sehr gute etwa einen Meter hohe Baga-Schultermaske ist ebenso ausgestellt. Diese Maske mit dem Namen Dimba hatte die Aufgabe der Dorfgemeinschaft richtiges Verhalten zu lehren.
Im Raum darüber finden wir noch ein Sammelsurium aus verschiedenen Ländern, bestehend aus Masken und anderen Kultgegenständen.

Museum Rietberg Zürich, Gablerstrasse 15, 8002 Zürich, Tel. 012024528/Fax 010205201, e-mail Museum@rietb.stzh.ch, www.rietberg.ch.

 

Basel, Haus der Völker

Im Hochparterre finden wir eine ausgezeichnete Ausstellung über Ozeanien. Ein mehrere Meter hohes Geisterhaus ist aufgebaut, dazu viele Boote, Gebrauchs- und Ritualgegenstände.

Im ersten Stock ist eine Sonderausstellung über Butan. In der Nachbildung eines Klosters werden Prunkgewänder präsentiert, im Tempel sind Schreine aufgestellt und leise Musik ertönt im Hintergrund, sehr schönen Lichteffekten runden das ganze ab.

Im oberen Stockwerk finden wir dann die afrikanische Sammlung. Der ausgestellte Teil ist eher klein und bescheiden. Auffallend ist eine Elefantenmaske mit einem malerischen Federgewand und eine Sammlung Tabakpfeifen. Die ausgestellten Gegenstände stammen aus Kamerun. Dias und Bilder aus den Jahren 1911-1915 führen etwas in die Welt Kameruns ein.

Museum der Kulturen, Augustinergasse 2, 4001 Basel, 004 Basel, 0041 61-2665604 Fax 2665605, www.mkb.ch

 

Adelhauser Museum, Abteilung für Völkerkunde, Freiburg.

Auf das Völkerkundemuseum stoßen wir durch Zufall. Im obersten Stockwerk ist der afrikanische Teil untergebracht. Zum ersten Mal auf unserer Reise sehen wir Gegenstände aus dem Sudan. Im ersten Raum sind Schwerter/Dolche, Frauenschurze und verschiedene Schilde der Schilluk, Bari, Somali und Galla untergebracht. Dann kommen Messer und Fetischstäbe aus Westafrika. Bambara-Masken, eine Beninbronzetafel und ein Bronzekopf sowie ein Elefantenzahn sind ausgestellt. Interessant ist, daß der Elefantenzahn zusätzlich zur Gravur farbig unterlegte Bänder in Grün und rot aufweist. Eine Armbrust aus Bangi (Kamerun? lt. Beschreibung) und ein Wurfmesser mit Lederfutteral fällt uns auf. Auch Masken aus Kamerun sind auch ausgestellt. Von G. Göttler sind einige Fotos aus Westafrika dabei.
Aus Südafrika finden wir Ovambo-Messer mit Scheide aus Namibia, ebenso sind Messer der Massai ausgestellt.

Auch dieses Museum hat eine Etage dem Thema Ozeanien gewidmet. Sehr beeindruckend sind die Masken und die schöne Ausarbeitung der Gebrauchsgegenstände. Die Boote sind sehr kunstvoll gearbeitet. Teilweise kann man Ähnlichkeiten mit Schwarzafrika feststellen. Unter den Waffen ist ein ausgerüsteter Krieger auffallend der mit Messern und Schwertern aus Holz, die mit Haifischzähnen besetzt sind, und einem Schutzanzug aus Kokosfasern ausgerüstet ist. Ein Beispiel für Waffen und dem Schutz davor.

Adelhauser Muselum Gerberau 32, 79098 Freiburg, Tel 0761/2012541, Fax 2012563

 

Strassbourg

Wir besuchen die Ausstellung "eine Ahnung von Ewigkeit"

Die Ausstellung befaßt sich mit ägyptischer Kleinkunst. Präsentiert sind in zwei Räumen Uscheptis, Scarabäen, und kleine Figuren die häufig Horus darstellen.
Eine sehr schöne Wirkung entsteht dadurch, daß die Ausstellungsstücke auf einem Bett aus Sand und Steinen stehen bzw. liegen.
Neben den Uscheptis finden wir noch ein Netz aus blauen Fajence-Röhrchen und eine Figur aus Holz. Die Teile sind meist sehr klein, wenige Zentimeter groß, das größte Stück eine Frauenfigur aus Holz dürfte kaum größer als 50 cm sein.

Die Ausstellung ist ganz nett, wird aber unserer Meinung nach nicht dem Anspruch ihres Titels gerecht, vor allem auch dadurch, daß die Zusammenhänge zum Grabkult nicht dargestellt werden.

Musee Archeologique, Palais Rohan, Place du Chateau 2, Tel. 0388525000, Fax 0388525009, WWW.STRASBOURG.COM/MUSEES

Brüssel Museum Tervouren

Um 10.00 Uhr machen wir uns auf zum Museumsbesuch. Das Museum liegt schön in einer Parkanlage mit Teich und elegant zugeschnittenen Bäumen. Am Eingang sammeln sich einige Schulklassen zum Einlaß. Wir gehen vor, zahlen 200 F pro Person Eintritt und sind drinnen.

Es ist einfach riesig, sicher die bisher größte Sammlung aus Afrika die wir je gesehen haben.

Rechts der erste Saal ist nach Stämmen geordnet. In den Vitrinen sind jeweils Masken, Kultgegenstände und Waffen ausgestellt. Leider ist die Beschriftung nur sehr dürftig, ein vernünftiger Katalog ist nicht erhältlich, nur ein kleines Heftchen, das auch nichts aussagt.

Dann eine Sonderausstellung "Das andere Gesicht", Masken aus der Sammlung von Barbiere-Müller, Genf, 150 ausgesuchte Masken mit zum Teil sehr guten Beschreibungen. Dazu gäbe es auch ein Buch in deutscher Sprache, verlegt bei Prestel in München, leider etwas teuer. Die Masken sind meist aus Westafrika, Senufo, Bambara, Ibo usw.
Als nächstes geraten wir in die Tiersammlung. Ausgestellt sind Tiere aus Urwald und Savanne, Gorillas, Babouns, Meerkatzen, Löwen, Geparde, Gazellen, Antilopen. Dann eine recht informative Vogelabteilung. Die Reptilienabteilung kann nicht begeistern, viele Tiere in Spiritus eingelegt, was sie nicht gerade attraktiv macht.
Zwischendurch stärken wir uns in der Cafeteria. Die Speisekarte ist International und wenig einladend.

In einer der nächsten Hallen eine Sammlung von Arbeitsgeräten. Hier fällt uns besonderns eine Art Dreschbrett auf, ein dickes Brett ca. 150x50 cm, auf der Unterseite mit Reihen von kleinen Steinen bestückt, das mit einem Rind über das Dreschgut gezogen wurde. Dann gibt es eine Sammlung mit Steinzeitfunden, darunter auch viele Funde aus dem südlichen Afrika,
Grabungsdarstellungen mit Skeletten dazu Grabbeigaben, Ringe aus Eisen und Waffen. Eine Vitrine mit Hochzeitsbeigaben, Primitivgeld, Armreifen usw., Vitrinen mit Jagdgeräten, Angelhaken, Reusen, Pfeilen und Fetischen ist die nächste Station.
Dann Feldgeräte wie Hauen und Grabgeräte. Küchengeräte, Schöpfer, Raspeln, Körbe und Siebe. Anschließend Hörner und Kalebassen sowie Tabakpfeifen. Eine Vitrine beherbergt Festschmuck für Männer quer durch Afrika, in der nächsten Festschmuck für Frauen.
Ein Stuhl aus Zaire fällt uns wegen seiner eigenen Form, geschnitzt aus einer Astgabel und nur zum anlehnen gedacht, auf.
Anschließend finden wir Flechtarbeiten, Matten, Scheide für Messer und Schilde..
Ein Einbaum dominiert eine Halle, er ist über 10 Meter lang, aus einem Stamm gehauen.
Ausgestellt sind auch noch Waffen und Schilde, in einer Vitrine sehr schöne Paddel.

Leider ist der Museumshop sehr klein und eher unbedeutend, nicht zu vergleichen mit seiner Darstellung im Internet.

Musee Royal de l’Afrique Centrale, Tervouren. www.africamuseum.be

Köln, Rautenstrauch-Jost-Museum.

Gleich neben dem Bayenturm am Rhein liegt das Rautenstrauch-Jost-Museum. Es ist ein alter Bau mit einer sehr ruhigen Atmosphäre.

Im Untergeschoß finden wir eine Bilderausstellung über die Molukken. Bei den ausgestellten Bilder handelt es sich überwiegend um Portraitaufnahmen der Einwohner der Inseln Tanimbar. Teilweise sind die Aufnahmen bei Tätigkeiten wie Jagd, Tanz und Handwerk entstanden. Die Bilder sind von hervorragender Qualität und stammen von den niederländischen Missionar Petrus Drabbe, aus den Jahren 1915 bis 1935.

Im Erdgeschoß findet sich eine Sammlung über die Indianer und Eskimos Nordamerikas, sowie eine Sammlung Altägypten, Kunst der Khmer und Thai, Gold und Silberarbeiten aus Indonesien und Altperu.

Im ersten Stock ist eine Sammlung von Gamelan-Instrumenten aus Zentraljava untergebracht, eine CD mit Gamelanmusik vertieft den Eindruck.

Daneben beginnt der afrikanische Teil.
Links vom Eingang kommt gleich eine schöne Tschokwe-Trommel von ca. 60 cm Höhe, mit vier eingeschnitzten Masken. Dann in einer Vitrine ein Osun-Stab (Kultstab) sowie eine Bronzetafel und ein Schwert aus Benin. Weiter ein Orakelbrett eine -Schale und ein -Klopfer für den Ifa-Kult der Yoruba.
Dann ein Bogenhalter mit Eisenspitze der Luba. Laut der Beschreibung ein Prestigeobjekt, das im Wohnhaus aufgestellt wurde und von der Öffentlichkeit nicht gesehen werden durfte.
Entsprechend der Beschreibung in einem anderen Museum wurde er jedoch als Würdezeichen vor der Hütte des Würdenträgers in den Boden gesteckt.
Im Raum dominiert ein Thronsessel der Bamun aus Kamerun. Die Sitzfläche ist mit Kaurimuscheln belegt, der Rest völlig mit Ornamenten aus Glasperlen überzogen.
Eine repräsentative Zusammenstellung von Messern und Beilen aus dem Kongogebiet ist an einer Wand angebracht und schön ausgeleuchtet. Im nächsten Raum finden sich noch Fetischfiguren "nhisi nkondi" aus dem Kongo, eine Baule- und eine Dogon-Tür sowie Ekoi-Masken.

Die Beschreibungen an den ausgestellten Stücken sind sehr gut, die Ausstellung ist insgesamt sehr ansprechend.

Bemerkenswert ist auch die zugängliche Bibliothek.

Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde, Ubierring 45, 50678 Köln, Tel. 0221 3369413, Fax 3369410, e-mail: rjm@rjm.museenkoeln.de, www.museenkoeln.de

 

Das Linden-Museum in Stuttgart

hat am Freitag leider nur bis dreizehn Uhr geöffnet. Als erstes besuchen wir im Erdgeschoß die Ausstellung über Ozeanien und Südamerika, dann geht es in die Afrikaabteilung im ersten Stock.

Die Ausstellung ist sehr gut nach Regionen gegliedert.

Im Eingangsbereich ist ein Sahelmarkt lebensnah dargestellt. Oberguinea ist der nächste Bereich. Mehrere Beninköpfe und die dazugehörenden beschnitzten Elefantenstoßzähne sowie Wandverkleidungen aus Metall fallen ins Auge. Dann geht es in die Region Ost-Nigeria-Westkamerun. Grabskulpturen aus Stein und Holz, mehrere Ekoi-Masken, Holz mit Lederhaut überzogen und sehr realistischer Gesichtsdarstellung, dann ein Haus und eine Gruppe Maskentänzerfiguren aus dem kameruner Grasland geben eine guten Eindruck über die Region. Dazu ein Thronhocker mit Kaurimuscheln besetzt und der Eingangsbereich- und das Militärhaus des Palastes von Oku.
Das Kongobecken ist durch Masken der Kuba und eine Liege in Vogelform vertreten. Auch dem Bereich Ost- und südliches Afrika ist ein Bereich gewidmet. Dann folgen noch einige Vitrinen mit Ausstellungstücken aus Äthiopien.

Das Lindenmuseum ist sehr ansprechend und informativ. Im Museumsshop gibt es ausgezeichnete Museumsführer zu den jeweiligen Themenbereichen.

Linden-Museum Stuttgart, Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/2022456

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